Distichiasis beim Sheltie
Ratgeber • Gesundheit

Distichiasis beim Sheltie

Wenn Ihr Sheltie auffällig oft blinzelt oder vermehrt Tränenfluss zeigt, könnte eine Distichiasis dahinterstecken. Dabei wachsen feine, zusätzliche Wimpern (Distichien) aus den Meibom-Drüsen am Lidrand – oft direkt in Richtung des Augapfels.

Symptom-Check: Wann zum Tierarzt?

  • • Ständiges Zukneifen der Augen (Blepharospasmus)
  • • Dunkler oder klarer Tränenfluss („Tränenstraßen“)
  • • Rötung der Bindehäute
  • • Graue Schleier auf der Hornhaut (bei bereits entstandenen Verletzungen)

Was genau passiert bei der Distichiasis?

Normalerweise befinden sich an den Drüsenausgängen der Augenlider keine Haare. Bei der Distichiasis entstehen dort jedoch feine Härchen. Sind diese weich, bemerkt der Hund sie oft nicht einmal. Sind sie jedoch borstig, wirken sie bei jedem Lidschlag wie eine Nadel auf der empfindlichen Hornhaut. Dies kann zu schmerzhaften Hornhautgeschwüren führen.

Behandlung: Von Zupfen bis Operation

Je nach Anzahl der Wimpern und der Schwere der Reizung gibt es unterschiedliche Ansätze:

Konservativ

Epilation: Der Tierarzt zupft die Wimpern. Problem: Sie wachsen nach wenigen Wochen wieder nach. Nur zur kurzfristigen Erleichterung sinnvoll.

Dauerhaft

Kryochirurgie / Laser: Die Haarwurzeln werden vereist oder verödet. Dies verhindert das Nachwachsen und ist die Methode der Wahl bei chronischen Problemen.

Erblichkeit und Vorsorge

Die Distichiasis hat eine starke genetische Komponente. Da sie oft erst im Alter von 1-2 Jahren voll ausgeprägt ist, sollten Zuchthunde regelmäßig klinisch untersucht werden. Werden bei einem Hund Distichien festgestellt, sollte dies bei der Auswahl des Zuchtpartners unbedingt berücksichtigt werden.

Unser Experten-Tipp

„Untersuchen Sie die Augen Ihres Shelties regelmäßig bei gutem Licht. Wenn Sie kleinste Härchen entdecken, die auf dem Augapfel 'schwimmen' oder direkt aus dem Lidrand ragen, lassen Sie dies von einem DOK-Augenspezialisten abklären. Frühzeitiges Handeln verhindert dauerhafte Schäden an der Hornhaut.“