PRA - Progressive Retinaatrophie beim Shetland Sheepdog
Ratgeber • Gesundheit

PRA - Progressive Retinaatrophie beim Shetland Sheepdog

Die Progressive Retinaatrophie (PRA) ist eine tückische Augenerkrankung, da sie schleichend verläuft und für den Halter oft erst spät erkennbar ist. Es handelt sich um ein Absterben der Netzhaut, das beim Sheltie genetisch bedingt ist und leider immer zur Erblindung führt.

Der schleichende Verlauf

1

Nachtblindheit

Zuerst sterben die Stäbchen (für Dämmerung). Der Hund wird im Dunkeln unsicher.

2

Tagblindheit

Später folgen die Zapfen (für Licht). Das Sehvermögen bei Tag schwindet allmählich.

3

Vollständige Erblindung

Am Ende ist die Netzhaut vollständig degeneriert. Oft folgt ein „grauer Star“ als Begleiterscheinung.

Diagnose und Gentest

Da die PRA schmerzfrei ist, leiden Hunde körperlich nicht direkt darunter – sie passen sich erstaunlich gut an. Dennoch ist die Früherkennung wichtig. Ein ECVO-Augenuntersuchung beim Spezialisten kann Veränderungen an der Netzhaut frühzeitig sichtbar machen.

Noch wichtiger ist der Gentest (z.B. auf CNGA1-PRA beim Sheltie). Er gibt Gewissheit, lange bevor die Krankheit ausbricht.

Leben mit einem blinden Hund

Sollte Ihr Sheltie an PRA erkranken, ist das kein Weltuntergang. Hunde orientieren sich stark über die Nase und das Gehör. Mit ein paar Anpassungen bleibt die Lebensqualität hoch:

  • Möbel nicht umstellen: Der blinde Hund erstellt eine „innere Landkarte“ seiner Wohnung.
  • Akustische Signale: Nutzen Sie vermehrt Hörzeichen statt Sichtzeichen beim Training.
  • Kontinuität: Lassen Sie den Hund beim Spaziergang an der Leine, wenn er unsicher wird.
  • Sicherheit: Sichern Sie Treppenabgänge mit Gittern ab.

Prävention durch Zucht

Verantwortungsvolle Züchter lassen ihre Hunde jährlich klinisch untersuchen und setzen Gentests ein, um sicherzustellen, dass keine zwei Träger miteinander verpaart werden. Ein PRA-frei Befund ist ein wesentliches Qualitätsmerkmal einer guten Sheltie-Zucht.